Kirche anders

2016-11: Kirche anders - Hass im Netz

Kirche Anders begegnete dem „Hass im Netz“

Der Hass im Netz begruesste die Gaeste

„Hass im Netz“, mit diesem Thema startete am 06.11.2016 die Kirche Anders Saison 2016 / 2017 der Christuskirchengemeinde und stellte sich hiermit gleich einem äußerst brisanten Thema.

Wurden die Besucher am Eingang noch freundlich begrüßt, mussten sich dann etwas mühsam ihren Weg durch ein riesiges Spinnennetz (Symbol für den „Hass im Netz“) in den Gemeindesaal bahnen.  Manch einem, der diese „sportliche“ Herausforderung mit Humor nahm, blieb dann aber beim nachfolgenden Theaterstück und der Predigt von Tobias Utter das Lachen im Hals stecken.

 

Benjamin und Sylvia im Theater

So musste eine Mutter, gespielt von Silvia Becker-Pröbstel vom Klassenlehrer ihres Kindes (Klaus Neumeier) erfahren, dass ihr Sohn (Benjamin Freiling) nicht etwa ein Opfer von Mobbing geworden war, sondern selbst als Täter in seiner Schulklasse Angst und Schrecken verbreitete.

Tobias Utter stellt sich den Fragen der BesucherPrediger Tobias Utter führte in seinen Ausführungen aus, dass heutzutage fast jeder das Internet nutze und dies in der Regel auch viele Vorteile habe. Es biete aber auch völlig neue Möglichkeiten, unsere Art zu leben in Gefahr zu bringen. Eindrücklich wurden den Besuchern vor Augen geführt, dass insbesondere die Welt der sozialen Netzwerke beinahe grenzenlose Möglichkeiten für Hasstiraden und Cybermobbing eröffnen, ohne dass dafür Täter wirklich zur Rechenschafft gezogen werden können.

Der Hass, der sich in den teilweise noch nicht einmal anonymisierten Beiträgen wiederfinde, richte sich häufig gegen Flüchtlinge und Menschen, die sich für sie einsetzen. Die Wortwahl ist geschmacklos bis bösartig. Manche schrecken selbst vor Morddrohungen nicht zurück, denn die Autoren der Beiträge unterliegen dem Irrglauben, dass im Netz das Recht der freien Meinungsäußerung herrsche. Doch: „Wer jemanden grob beschimpft, bedroht oder zu Gewalt insbesondere gegen eine religiöse oder ethnische Gruppe aufruft, kann beispielsweise zu einer Geld- oder Haftstrafe verurteilt werden“, so Utter

Als Ursache für Hass benannte Tobias Utter im Besonderen die Angst und rief dazu auf, diese zu bekämpfen, um dem Hass die Nahrung zu entziehen. Die wichtigste Botschaft der Bibel dazu lautet: Fürchte dich nicht! Vergeltet Böses mit Gutem. Bleibt stets sachlich. Sucht euch Verbündete und stellt im Zweifel eine entsprechende Öffentlichkeit her.

Und: Tobias Utter verlieh seiner Hoffnung Ausdruck, dass die Onlinedienste in Zukunft ihre Verantwortung wahrnehmen und Hass-Beiträge entweder verhindern oder schnellst möglich löschen.

Das Thema für Kirche Anders hatten Eltern der Vorkonfirmandinnen und - konfirmanden durch eine Abstimmung ausgewählt und somit allen Besuchern einen nachdenklich stimmenden Abend beschert. Die Fragen zur Predigt und die Fürbitten der Besucher machten die Relevanz deutlich.

Der Gospeltrain sorgte für die musikalische Untermalung.

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